Thomas Knapp

 

„Strukturen aus dem Sport übernehmen“ – Früherer Präsident des VfB Stuttgart, Erwin Staudt, spricht in Mühlacker

Veröffentlicht in Ortsverein

Der Begriff „Team“ dürfte das am meisten gefallene Wort gewesen sein, als der Ex-VfB-Präsident und zuvor an verantwortlicher Stelle in der Industrie tätige Erwin Staudt bei einem Themenabend der SPD in Mühlacker mitunter süffisant die Fragestellung analysierte, was die Wirtschaft vom Sport lernen kann.

Mühlacker. Aber mehr noch: Auch die Politik sollte verstärkt straff organisierte Team-Strukturen aus dem Sport übernehmen, verdeutlichte der Referent.

Staudt zeigte etliche Beispiele aus dem Sport auf, die sich auf alle gesellschaftlichen Bereiche übertragen und letztlich auch umsetzen ließen. Die erfolgreichere Mannschaft sei eben im Fußball jene, in der jeder Team-Player mehr als nur 100 Prozent seiner Leistung abrufe: „Wer mehr bringt, ist im Vorteil, das Übergewicht wird sichtbar.“ Die „Bayern“ brächten es doch auch hin, dort sei die gegebene Motivation unübersehbar.

Beim Verfolgen seiner Ziele, gleich ob in der Wirtschaft oder in der Politik und im Großen wie im Kleinen, komme es darauf an, so viele wie möglich aus dem Team mitzunehmen. Und nicht nur die „Häuptlinge“ sollten dabei das Sagen haben, auch die Plakatkleber wollten mitgenommen werden. Die Zeit der Basta-Politik gehöre der Vergangenheit an, Kompromissbereitschaft sei mehr denn je gefragt, betonte Erwin Staudt. Und Empathie spiele eine immer wichtigere Rolle – man müsse wissen und verstehen, was der andere wolle, was im Übrigen auch auf dem Weg hin zur Großen Koalition gelte.

Es sollte ja ein Abend ohne viel große Politik werden – aber gänzlich darüber hinweggehen, was sich da gerade im Berlin im politisch Allgemeinen (und in der SPD im Besonderen) abspiele, das vermochte der frühere Leonberger Stadtrat und SPD-Fraktionsvorsitzende dann doch auch nicht (und Grußredner zuvor, wie die Fraktionsvize der Bundestags-SPD, Katja Mast, ebenso wenig): Er also sei eindeutiger Befürworter der „Groko“, weil es dazu momentan keine Alternative gebe. Und warum es überhaupt zu dieser Situation kam ? „Der Christian Lindner hat uns diese ganze Kacke eingebrockt“, so das knackige Zitat. Deshalb: Weil die FDP keine guten Leute habe und es zudem versäumt habe, in der zurückliegenden Zeit der Opposition neue aufzubauen, „werden wir erneut Verantwortung übernehmen“. Und aus dieser Situation heraus müsse man etwas bewegen, wie der Fußballstürmer, der gut bedient wird, „alle anderen sind Endaglemmer“.

An dem Ex-Vorsitzenden Martin Schulz kritisierte der Redner, sich nach der Bundestagswahl zu weit aus dem Fenster gelehnt zu haben – nie mehr mit der CDU zu koalieren oder gar ein Ministeramt anzunehmen –, „du darfst nie nie sagen, wenn du nicht abschätzen kannst, was morgen kommt – und dich dann nicht mehr retten kannst“, so Staudt. In ihrem Grußwort hatte Katja Mast offenbar schon einige der Botschaften Erwin Staudts vorausgeahnt, als sie dazu aufrief, in der Politik wie auch im Sport einen fairen Umgang zu pflegen und sich an geltende Regeln zu halten. Und man müsse die Bereitschaft mitbringen, ein Team-Player zu sein, „dann kann jeder etwas bewegen“. Hier wie dort sei „geistige und körperliche Fitness vonnöten“, dies habe sich zuletzt bei den Koalitionsverhandlungen gezeigt, berichtete sie aus eigener Erfahrung.

Der Mühlacker Stadtverbandsvorsitzende Philipp Ziegler gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass nun „die närrische Zeit auch in unserer Partei zu Ende geht“ und die Sacharbeit wieder in den Vordergrund rücken werde. Ein Miteinander verspreche Erfolg und ebenso das Unterordnen eigener Interessen zugunsten gemeinsamer Zielsetzungen.
 

Quelle: Mühlacker Tagblatt, 17.2.18

 

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